Hintergründe zum Herstellungsland Nepal


  • Flagge von Nepal
  • Karte von Nepal mit den wichtigsten Knüpfgebieten
  • Exportstatistik Nepal

In Nepal werden erst seit 1959 Teppiche geknüpft, seit der Flucht des Dalai Lama und der ihn begleitenden Tibetaner. Das Schweizer Hilfswerk nahm sich der Flüchtlinge an, die sich in Nepal niedergelassen hatten. Unter der Leitung des Züricher Importeurs Jo Iten-Maritz, wurden die Heimatlosen ab 1966 angeleitet, Teppiche nach tibetischer Tradition in den hergebrachten Dessins zu fertigen. Geknüpft wird nach einer Technik aus der Heimat Tibet: Dem tibetansichen Knoten. Weitere Informationen dazu ab Seite 35. Früher meist als Nepal-Tibeter gehandelt, bezeichnet man diese Knüpfungen heutzutage nur noch als Nepalteppiche.

Die Nepalproduktion ist stark von den hauptsächlich europäischen und amerikanischen Auftraggebern beeinflusst. Produziert werden fast ausschließlich modern gemusterte Teppiche. Ein festes Marktpotential haben sich Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch erobert. Zahlreiche Importeure sind auf diesen Markt spezialisiert, in dem noch gute Umsätze mit stabilen Erträgen erzielt werden. Antike und alte Tibet-Teppiche haben einen wirtschaftlich nur unbedeutenden Markt.

Die Marktbedeutung des Nepalteppichs hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Die langen politischen Unruhen und die vielen von denregierenden Maoisten initiierten Streiks haben der Teppichindustrie stark zugesetzt. Die Stärke der nepalischen Teppichproduzenten war immer die schnelle und flexible Arbeitsweise – die heute nicht mehr so einfach zu organisieren ist, wie früher. Das gilt besonders für das Kathmandu-Tal, weshalb einige Produzenten versuchen ihre Produktion in den Dörfern außerhalb zu stärken.

Durch die schlechte wirtschaftspolitische Situation im Land zieht es immer mehr junge Nepali außer Landes. Es werden zwar immer noch hochwertige und kreative Teppiche produziert, Indien macht Nepal aber immer erfolgreicher den Markt streitig. Besonders im günstigen bis mittleren Preisbereich tut sich Nepal schwer.

Zentraler Einkaufspunkt ist die Hauptstadt Kathmandu. Hier ist auch der Großteil der Produktionsstätten angesiedelt. Probleme bereitete viele Jahre ein Bürgerkrieg zwischen der monarchischen Regierung und maoistischen Rebellen. Im Mai 2008 wurde in Nepal die Monarchie abgeschafft und eine Republik proklamiert, was die politische Situation im Land etwas stabilisiert hat.