Ausgezählt - so einfach ist das Knotenzählen


Zum Knotenzählen steckt man am Besten mit Nadel eine quadratische, 10 cm lange und 10 cm breite Fläche auf der Rückseite des Teppichs ab. Es wird in Schussrichtung (quer) und in Kettrichtung (hoch) gezählt. Das Auszählen der Knoten feiner Teppiche erfordert eine Lupe.

1. Das Zählen in Schussrichtung

(quer, senkrecht zu den Fransen): Nur in Schussrichtung ist der Unterschied zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware zu beachten. Bei ungeschichteter Ware ist die Zahl der Knotenbögen durch zwei zu teilen, um die Knotenzahl zu erhalten. Bei geschichteter Ware entspricht jeder sichtbare Knotenbogen auch einem Knoten

2. Das Zählen in Kettrichtung

(hoch, parallel zu den Fransen): Hier entspricht ein Knotenbogen immer einem Knoten - unabhängig davon, ob der Teppich geschichtet ist oder nicht. Hier ist allerdings auf die manchmal nur schwer erkennbare Trennung der Querreihen zu achten.

Hat man nun auf diese Weise die Knotenanzahl in Längs- und Querrichtung ermittelt, multipliziert man beides miteinander und erhält so die Knoten pro dm2. Für die Knoten pro m2 multipliziert man das Ergebnis mit 100.

Ein Rechenbeispiel: 80 Knoten in Kettrichtung und 50 Knoten in Schussrichtung ergeben: 80 × 50 = 4.000 Knoten / dm2; 4.000 × 100 = 40.000 Knoten pro Quadratmeter. Eine Toleranz von etwa 8 % ist dabei zulässig. Bei Manufakturknüpfungen sollte die Abweichung geringer ausfallen, bei Bauern- oder Nomadenware kann sie etwas stärker sein.

Herzlichen Glückwunsch: Sie können jetzt die Knoten Ihrer Teppiche zählen! Mit diesem Wissen lässt sich feststellen, wie ein Teppich einer bestimmten Provenienz bezeichnet wird und ob er als eher grob oder fein eingestuft wird.