Der kleine Unterschied: geschichtet oder ungeschichtet?


Zur Beurteilung der Knüpfdichte eines Teppichs empfiehlt es sich, die Knotenzahl in einem quadratischen Ausschnitt von mindestens 10 cm Länge und Breite zu bestimmen. Es ist wichtig, geschichtete von ungeschichteter Ware zu unterscheiden. Der häufigste Fehler, der beim Auszählen der Knoten gemacht wird, besteht darin, dass ungeschichtete Ware nicht als solche erkannt und jeder Knoten doppelt erfasst wird.

Der Unterschied zwischen ungeschichteter und geschichteter Ware besteht in der Position der Kettfäden zueinander: Bei einem ungeschichteten Teppich liegen alle Kettfäden auf gleicher Ebene nebeneinander. Da jeder Knüpfknoten aus zwei Schenkeln besteht, werden pro Knoten auf der Rückseite des Teppichs zwei nebeneinander liegende Bögen sichtbar. Zwei Bögen stehen also für einen Knoten.

Bei geschichteter Ware hingegen stehen jeweils zwei Kettfäden des Grundgewebes fast vertikal übereinander: Auf der Rückseite des Teppichs wird bei jedem Knoten nur einer der beiden Schenkel als Knotenbogen sichtbar; der andere liegt versteckt darunter. Ein sichtbarer Bogen steht also für einen Knoten.

Am deutlichsten sichtbar sind die Unterschiede zwischen geschichteter und ungeschichteter Ware beim Betrachten von feinen Musterdetails wie schräg laufenden Linien: Bei ungeschichteten Teppichen ist in Schussrichtung immer eine grade Anzahl Knotenbögen sichtbar, nur bei geschichteter Ware sind ungrade Knotenbögenzahlen möglich. Wie das Auszählen genau funktioniert, lesen Sie hier.

Zum besseren Verständnis haben wir folgende Grafiken für Sie entworfen:

Links: Knüpfdichten bei ungeschichteten Teppichen; rechts: Knüpfdichten bei geschichteten Teppichen
Die Unterschiede zwischen ungeschichteten und geschichteten Teppichen bestehen nur in Schussrichtung. Links ein ungeschichteter Teppich, rechts ein geschichteter Teppich.